Wie ihr bereits wisst, hat euer Wineblogger die Gunst der Stunde genutzt und ist der Einladung der Inter-Rhone und FFK Hamburg gefolgt um zu demonstrieren, was ein kleines Dorf namens Rasteau in der Nähe der Süd-Rhone für euch bereit hält. Es sind drei Tage voller Weinproben und örtlichen Köstlichkeiten geworden, von denen der WB euch nun im zweiten Teil des dreiteiligen Roadbooks erzählen will.

Nachdem der WB den ersten Abend mit Mireille Besnardeau (Domaine des Grands bois) und Pasco Perdigao (Domaine Chamfort) bei einigen Gläsern Rotwein hat ausklingen lassen, ließ ihm bereits die Vorfreude auf den nächsten Tag keine Ruhe. Vom B&B+Dinner ging es direkt zu „Famille Perrin Estate“, wo Emilie Rachenne bereits mit einer Tour durch die Kellerei auf ihn wartete.

Das Weingut Perrin ist über die Grenzen Frankreichs bekannt für seine herausragenden Rotweine und besitzt mehrere Standort, von denen das Chateau de Beaucastel vermutlich das berühmteste ist. Diese Kellerei konzentriert sich auf die drei wichtigsten Rebsorten der Region, als da wären: Grenache, Syrah und Mouvedre kurz „GSM“, welche zu Weinen herangedeihen die sich Gigondas, Chateaunauf-du-Pape oder eben Rasteau nennen. Besonders interessant dabei ist es zu sehen, in welcher Assamblage kurz „Ass“ oder auch Cuvee, beziehungsweise Verschnitt die Rebsorten mit welchem Fass ausgebaut werden. Am Ende sind es viele Jahre Arbeit und Erfahrung die den Kellermeistern zeigen, ob ein Syrah eher ein Barrique, ein einfach Eichen/Fuderfass oder ein Stahltank zur perfekten Reife benötigen.
Der WB kam in den Genuss in einem neuerbauten Kellergewölbe, Rasteau 2016 und 2017 der Famille Perrin zu verkosten. Die Weine präsentieren sich in einem klaren purpurrot im Glas. In der Nase Zedernholz, Sauerkirsche und sogar Brombeere, welches definitiv der Jugendlichkeit beider Weine geschuldet ist. Am Gaumen zeigt sich bereits ein stabiles Tanningerüst mit einem schönen Süße-Säure-Spiel, das gerne noch 10 Jahre Zeit hätte. Hier sieht man einmal mehr, dass Rasteau sich vor dem großen Nachbarn Chateaunauf-du-Pape nicht verstecken braucht.

Es geht weiter zu einem sehr jungen Weingut Domaine la Collière, welches nicht weit, ca. 20min entfernt in einem langgezogenem Tal liegt. Stahltanks und Amphoren ebnen uns den Weg in die Kellerei. Der ebenfalls junggebliebene Kellermeister zaubert hier einen bereits herausragenden Wein ins Glas, dessen Speerspitze die beiden Weine „Esprit D´argiles“ und „La Fontaine“ bilden. Nur noch übertroffen wird er von einem Süßwein, welchen ich bereits in meinem ersten Beitrag erwähnte, dem „Domaine La Colliere Rasteau Vin due Natural“ kurz VDN. Leider sind diese alle samt schwer, bis sehr schwer in Deutschland zu bekommen. Wer solch raren Weine sein eigen nennen möchte, muss sich direkt an das Weingut wenden.

Time for Lunch! Weiter geht’s im “Coteaux & Fourchettes” mit einem Chefs Table Food and Wine Pairing mit Cyril Glémot Chef de Cuisine persönlich. Hier würde der WB gerne seine Finesse und Können, sowie die Weine- und Speisenauswahl in Bildern sprechen lassen. Die dargestellten Weine zeigen eine breite „Range“ aus Rasteau und dem hiesigen Weinkeller des Coteaux & Fourchettes. Ein besonderes Merkmal der Franzosen ist es, dass gerne ausgezeichnet gespeist wird – in diesem Fall mit einem Stern zu Mittag. Der WB betrat das Lokal in beinahe gähnender Leere, während die rund 25 kleinen Tische für den Mittagstisch ausgebucht waren. Chapeau Cyril! Das Essen war exquisit und es war eine Wonne, drei Stunden am Chefs Table zu speisen.

Ein kurzer Exkurs zum Thema Groß- oder Staatskeller. Hier wird so mancher Weinfreund unaufmerksam, aber bei der Region Rasteau sollte man doch genauer hinhören. Das geballte Wissen über den eigenen als auch die umliegenden Weinberge des Cave de Rasteau ist beträchtlich und fördert besondere Weine (meist Rotweine aus den Trauben Grenache, Syrah und Mouvedere) zum Vorschein. Anbei zwei besonders gelungene Beispiele; Ortas 2013 Prestige Rasteau und Les Hauts du Village Rasteau 2011.

Aber der WB möchte keine Zeit vergeuden wenn es um seine Leser geht. Also weiter zum „Domaine les Banquettes“ von und mit Patrice André. Wie man gut an der Pose erkennen kann, ein sehr gelassener und souveräner Vertreter seiner Art. Geboren in Rasteau. mit Kindern die gerne im Keller herumspielen und ihm auch mal die ein oder andere Nachricht hinterlassen, zaubert er deutlich fruchtbetontere Weine auf den Tisch. Der WB lag oft in Brombeeren, Heidelbeeren sogar Erdbeeren während der Verkostung seiner Weine. Dieses voluminöse und sehr üppige Bouquet ist beinahe traditionell für viele Rasteau-Weine, wird hier aber zum ersten Mal auf der Tour deutlich. Love it or leave it! Merci Patrice André.

Dieser gesamte Tag nah ein krönendes Ende im Restaurant Le Musclun mit zwei Winzern Frédéric Lavau „Maison Lavau“ und Frédéric Romero „La Soumade“ in einem zum schönsten Dorfs Südfrankreichs gekürten Örtchen. Wobei es eigentlich schon zu klein ist um Örtchen genannt zu werden. Der Malerische Aufgang durch uralte schmale Gassen bis hinauf zum Restaurant ist in Worten nicht widerzugeben. Kaum verwunderlich, dass hier heimische Weine und exklusive Spezialitäten das Gesamtbild abrunden. Die Terrasse lud zum stundenlangen Sonnen und Verweilen ein, während Frederic dem WB so einiges über das Terrior des Rasteau erklärte. Das nun folgende Menü samt passender Weinbegleitung des Winzers und der Winzerin Frederic Romero zeigt der WB im Folgenden bildlich. So werden die Eindrücke doch am besten widergegeben.

Der Abend umfasste viele investigative Diskussionen über das Weingeschäft in Frankreich und Deutschland, Winzerzertifizierungen, aber auch persönliche Vorlieben im Weinbau und die Zukunft im Weinhandel. Wie kann der zweite Tag in Rasteau noch übertroffen werden fragt man sich da zwangsläufig. Fortsetzung folgt…

Euer Wineblogger

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